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                J. S. Bach – Hinterlassenschaft

  In seinen letzten Lebensjahren und auch nach Bach‘s Tod stehte es um seinen Ruf nicht gut. Seine Werke wurden im Vergleich zur neuen „Klassik“ als altmodisch empfunden. Er war schon längst vergessen, jedoch wurde er als Interpret und Lehrer, und als Vater seiner berühmten Söhne (der berühmteste C.P.E Bach) in Erinnerung behalten. Seine angesehensten Werke  während dieser Zeit waren seine Klavier Werke; in diesem Bereich der Musik war er immer noch stets als Meister anerkannt.

  Mozart, Beethoven und Chopin waren eine seiner berühmtesten Bewunderer. Während eines Besuches Mozart’s in der Thomasschule in Leipzig, hörte er eine Motette Bach’s (BWV 225) und meinte: „Hier ist ein Stück, von dem wir alle etwas lernen können.“ Mit dem Notenspiegel in seiner Hand, saß sich Mozart nieder, ging in die Knie und setzte sich auf den Stuhl neben ihm. Er vergaß alles um sich herum und blieb dort sitzen, bis er alle Werke Bach’s studierte.

  Beethoven war ein sehr sich hingebender Mann; Er lernte schon als Kind den Umgang mit dem Wohltemperierten Klavier und bekam somit den Namen „Urvater der Harmonie“ und der bekannte Satz: „Nicht Bach, sondern Meer“ wurde geboren. Chopin sperrte sich oftmals vor seinen Konzerten ein, um Bach’s Musik zu lauschen.

  Durch die Veröffentlichung der Biografie Bach’s von Johann Nikolaus Forkel 1802, wurde der Ruf des Komponisten wieder hergestellt. Viele Leute lasen diese Biografie; mitunter auch Beethoven. Auch Goethe kam auf den Geschmack Bach’s und nutze seinen Notenspiegel für Chroauftritte in Bad Berka in den Jahren 1814 und 1815. In einem Brief von 1827, vergleicht Goethe die Erlebnisse die er durch das Lauschen von Bach’s Musik und durch „Dialog der ewigen Harmonie mit uns selbst“ widerfährt. Jedoch war es Felix Mendelsohn, der den Ruf Bach’s durch die Matthäus-Passion in Berlin 1829 wieder gerade biegen konnte und ihn somit unsterblich machte. Hegel, der diese Presentation sah, behauptete sogar, dass Bach „der große und wahre Protestant“ ist, „ein robustes, gelehrtes Genie, dass wir erst vor kürzen anerkannt haben“. Der Aufstieg Bach’s durch Mendelsohn hielt viele Jahre an.

  Die “Bach Gesellschaft” wurde 1850 gegründet, um seine Arbeit zu unterstützen und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde dort seine Arbeit komplett veröffentlicht.

  Bach’s Ruf hat bis heute einen hohen Stellenwert. Während des 20. Jahrhunderts wurden seine Werke aufrecht erhalten, auch aufgrund der Tatsache, dass Pablo Casals seine Cello Stücke immer wieder aufführte. Eine weiterer Fotschritt war, dass die Darstellungen Bach’s zunehmend im Sinne von Bach’s Vorstellungen aufgeführt worden sind. Zum Beispiel wurden Stücke im Cembalo Barock Stil aufgeführt anstelle des modernen großen Klaviers. Es wurden auch oft Solo Gesangsstimmen eingesetzt anstelle von großen Chören, die oftmals im 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert zum Einsatz kamen. Der Beitrag Bach’s zur Musikgeschichte oder auch „seine musikalische Wissenschaft“ (Dieser Begriff stammte von Lorenz Christoph Mizler, ein Schüler von Bach) werden oft mit der Genialität von William Shakespeare in englischer Literatur oder mit Isaac Newton in Physik, verglichen.

  Bach – Einst und Jetzt

  Bach’s heutige Stellung in der Musikgeschichte ist sehr hoch. Sein 250. Todestag wurde weltweit von seinen Anhängern in Erinnerung behalten. 1998, als wir das letzte mal in Leipzig waren, war die Thomaskirche, in der das Genie begraben liegt, teilweise aufgrund von Konzerten, Gottesdiensten und Besuchern nicht zugänglich. Die zwei Orgeln in der Kirche kamen für 2 Tage lang nicht zum Einsatz, um sich auf das große Event, vorzubereiten und nur der Grabstein am Altar war für die Öffentlichkeit zugänglich. Es gab auch eine weitere kleine Orgel. Seine Anhänger sind alle aus unterschiedlichen Rassen, Glauben und Hautfarbe, dies wiederum die folgende These bestätigt: „Bach’s Musik ist der Hintergrund für alle Nationen.“ Viele Schriften wurden erstellt, die sich mit den Buchstaben B-A-C-H beschäftigen.

  Aber wer war Bach? Er wurde am 21. März 1685 in einer Musikerfamilie geboren, deutsche Musiker, die 6 Generationen erhalten blieb. Er starb am 28. Juli 1750. Im Alter von 10 Jahren wurde er Waise und wuchs bei seinem älteren Bruder auf. Er arbeitete in unterschiedlichen Positionen, jedoch immer nur in Deutschland und heiratete zweimal (Witwer von Barbara, verheiratet Anna Magdalena) und hate insgesammt 20 Kinder, eine sehr romantische Ader. Er war sehr gesund und nur seine Kurzsichtigkeit, die durch das Kopieren von Texten im Kerzenlicht noch verschlimmert wurde, war sein Problem. Jedoch lebte er glücklich und bescheiden und lebte in einer Welt zwischen Perfektion und Alltag. Er wollte den Evangelismus fördern.

  All unseren Beschreibungen zu Folge, war Bach ein guter Mensch mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

  In Proben und Orgel Wettbewerbe, war er stets ehrlich und rigoros und machte sich dadurch Feinde. Er sprach nie schlecht über die Werke seiner Kollegen und er bewunderte stets die guten Komponisten.

  Er wurde oft in mit Kirchenoberhäupter in Diskussionen verwickelt, aber wem passiert das nicht? Er widmete seine Zeit seiner Familie, seiner Arbeit und seinen Schülern.          

  

  Seine Bibiliothek enthielt die Bibel, Gesangstexte, theologische Bücher und Werke von Luther. Bach war sehr religiös.           

  Das Thema interessierte ihn. Soli Deo Gloria wird in vielen seiner Werke erwähnt und auf den meisten seiner Orgelbücher ist ein Bild von Gott drauf.


  Er hatte ein sehr theologisches Verständnis und wandelte dieses Verständnis in Musik um. Besonders in den schon vorher erwähnten Chören und Kantaten, kam diese Umwandlung zum Vorschein. Er nutzte alle möglichen Arten an Symbolen und Zahlen und entwickelte dadurch eine ungewöhnliche Sprache für seine Schüler. Jeder würde gerne seine Technik als Interpreter erfahren. Die Orgeln, auf denen er gespielt hat, verschwanden, so wie viele seiner Werke. Sein Kunstsinn wurde von vielen in Deutschland bewundert und nach den Episoden mit dem französischen Marchand wurde er als nationaler Held sowie Luther und Kant anerkannt.


  Er musste nicht sein Heimatland verlassen oder bestimmte Kurse absolvieren, um einen hoch angesehen Ruf zu bekommen. Wir alle wissen, dass die Geschwindigkeit seiner Füße so schnell war, dass man meinen könnte, er hätte Flügel gehabt.


  Er war jedoch nicht nur technisch begabt, sondern konnte sich Sachen auch gut merken. Deshalb empfahl er auch seinen Schülern im Chor, Texte auswendig zu lernen, damit die Vorstellung noch besser wirkt.

  

 

           
       Das Genie wurde für 60 Jahre vergessen. Albert Schweitzer, ein Organist, Philosoph, Theologe, Physiker und Friedensnobelpreisträger, war ein großartiger Wissenschaftler, der ih „Dichter - Musiker“ nannte. Er war das wirklich und wir können auch die Worte von Gevaert zitieren: „Bach’s Musik ist wie ein Evangelium, die Öffentlichkeit kennt ihn unter Matthäus, Mark, Luke oder John der Zweite, alle sind unterschiedlich, aber alles ist evangelisch gehalten. Bach war der fünfte Evangelist. Vielen Dank für dein Leben. Wir können immer noch deine Anwesenheit spüren (und was das für eine Verantwortung für uns ist ihr Evangelisten...
)

     Text: Anne Schneider – Titel Organist – Martin Luther Kirche – Porto Alegre, RS -Brazil

     Photo: Anne Schneider mit demMeister Bach – Thomaskirche, Leipzig

            http://www.anneschneider.net

 

 

 

 

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